Das Tor zum Baltikum

Litauen ist ein Staat in Mitteleuropa, an der Südgrenze des Baltikums gelegen. Der seit 1990 unabhängige Staat ist Mitglied der Vereinten Nationen und seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Litauen ist zudem Mitglied des Europarats, der NATO sowie der OSZE, des Internationalen Währungsfonds und der Welthandels-Organisation und Teil des Schengen-Gebiets. Seit dem 1. Januar 2015 ist Lettland gemeinsam mit 18 anderen EU-Staaten Teil der Eurozone.

 

Geographie: Litauen grenzt im Norden an Lettland, im Osten und Südosten an Weißrussland. Die Grenze zu Polen ist im Süden nur etwa einhundert Kilometer lang, stellt aber die wichtigste Verbindung nach Mittel- und Westeuropa dar. Nach Südwesten schließt sich als russische Exklave der Oblast Kaliningrad an. Die Grenze bildet in dieser Region teilweise die Memel. Im Westen liegt die Ostsee, zu der Litauen über die Hafenstadt Klaipeda Zugang hat.

 

Politik: Litauen ist eine semipräsidentielle Demokratie. Der Verfassung nach ist die Republik Litauen eine demokratische und rechtsstaatliche Republik mit Gewaltenteilung. Das Vertrauen der Bürger in die demokratischen Institutionen ist jedoch noch nicht weitreichend ausgebildet.

Zentrale außenpolitische Ziele Litauens waren seit Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1990 der Beitritt zur Europäischen Union und zur Nato. Auch wird Litauen, vergleichbar wie Israel, als ethnische Demokratie beschrieben, in der die politische Dominanz bei einer ethnischen Gruppe liegen soll.

Das litauische Parlament wird Seimas genannt. 141 Parlamentarier werden für vier Jahre gewählt. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der im Gegensatz zum deutschen Bundespräsidenten nicht nur repräsentative Aufgaben wahrnimmt. Er verfügt über weitgehende politische Veto-Rechte und ist für die Außenpolitik verantwortlich.

Der Regierungschef Litauens ist Ministerpräsident. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Regierungspolitik.

 

Religion: Litauen ist überwiegend römisch-katholisch geprägt, etwa 80 Prozent der Bevölkerung gehören diesem Glauben an. Daneben gibt es Anhänger des russisch-orthodoxen Glaubens, dazu zählt vor allem die russischstämmige Bevölkerung. Daneben gibt es aber auch kleine Zahlen evangelisch-lutherische, jüdische und islamische Gläubige, sowie Anhänger des Alten Glaubens. Die Altgläubigen sind eine Religionsgemeinschaft, die ihren Ursprung im 17. Jahrhundert hat. Ihre Begründer waren Gegner einer Kirchenreform durch Patriarch Nikon, sie spalteten sich ab und gründeten den Alten Glauben.

 

Bildung: Litauen hat Anfang der 1990er Jahre sein Bildungssystem reformiert und modernisiert. Größte Herausforderung bleiben die Schaffung von gleichen Ausbildungsmöglichkeiten auf dem Land und in den Städten, sowie die abnehmenden Schülerzahlen.

Durch die Einführung von Grund- und Mittelschulen, sowie von weiterführenden Schulen und Gymnasien wurde das Schulsystem seit 1999 umstrukturiert. Mit der parallelen Hochschulreform wurde an litauischen Universitäten ein dreistufiges System mit den Abschlüssen Bachelor, Master und Doktor eingeführt. Das Bildungsgesetz hat durch seine Stärkung der litauischen Sprache für Unruhe vor allem in der polnischen Minderheit gesorgt.

Zu Beginn des Studienjahres 2015/16 gab es in Litauen 22 Universitäten und 23 Berufsfachschulen.

 

Kultur: Die litauische Kulturpolitik hat sich zum Ziel gesetzt, aktiv am west- und mitteleuropäischen Kulturleben teilzunehmen. Nach Überwindung der jahrzehntelangen Isolation vom Western gilt Kulturpolitik in Litauen als wichtiges Mittel zum Auf- und Ausbau internationaler Kontakte, insbesondere zu europäische wichtigen Partnern wie den nordischen Ländern, Polen und den großen EU-Mitgliedsstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Wichtige Felder der Förderung im künstlerischen Bereich und in der Darstellung litauischer Kutlur sind Musik, Theater, Film und Literatur. Die Teilnahme litauischer Ensembles an Kulturbetrieb und Festivals im Ausland und die Einladung internationaler Gäste nach Litauen schaffen ein Netz des Austausches mit der Kulturszene anderer, insbesondere europäischer Länder.